{"id":30684,"date":"2020-05-30T09:08:19","date_gmt":"2020-05-30T09:08:19","guid":{"rendered":"https:\/\/tobegen.de\/?page_id=30684"},"modified":"2020-10-29T10:45:11","modified_gmt":"2020-10-29T10:45:11","slug":"der-epilog","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/tobegen.de\/?page_id=30684","title":{"rendered":"ALLE FRAGEN OFFEN (EPILOG)"},"content":{"rendered":"<h6 style=\"text-align: center;\"><strong>&#8222;Das Gewahrsein seiner selbst reicht tiefer als das Selbstbewusstsein&#8220; (Keiji Nishitani)<br \/>\n<\/strong><\/h6>\n<p>\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wer Kalligrafie wirklich versteht, der achtet nur auf den geistigen Rhythmus und nicht auf die Form der Schrift\u201c (1), hie\u00df es im taoistisch gepr\u00e4gten China. Das ist lange her. In der Kulturrevolution hat Mao dem \u201eReich der Mitte\u201c, einer durch das \u201eI Ging\u201c, \u201eYing-Yang\u201c und \u201eTao\u201c von Laotse und Konfuzius gepr\u00e4gten monolithischen chinesischen Kosmologie, mit der Losung \u201eEins teilt sich zwei\u201c (2) den Kampf angesagt. Mao etablierte ein dualistisches, westliches Weltbild, das der Westen als Modernisierung bel\u00e4chelte, weil es b\u00e4uerlich gepr\u00e4gt war. Heute ist China auf dem Weg westlicher, als der Westen zu werden, wenn wir als \u201ewestlich\u201c das reflexive und als \u201e\u00f6stlich\u201c das proflexive Denken verstehen&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium; font-family: 'Times New Roman', serif;\">Proflexiv denkend erlebt der Chinese oder Japaner Raum und Zeit nicht wie ein reflexiv Denkender, nicht als &#8222;Gegen\u00fcber&#8220;. Er erlebt sie im &#8222;Zwischen&#8220;, als &#8222;Dazwischen&#8220;, sich selbst als &#8222;Mittendrin&#8220;. Was wir Zeit nennen ist im japanischen und chinesischen &#8222;Zeit im Zwischen&#8220; oder &#8222;Zwischen-Zeit&#8220; und der Raum hei\u00dft &#8222;Leere zwischen&#8220;. In die &#8222;Leere zwischen&#8220; schreibt der Buddhismus seine Lehre, den Grundwert aller mystischen Erfahrungen, &#8222;sunyata&#8220;, das &#8222;Nichts&#8220; ein. So ist auch der Mensch nie blo\u00df vorhanden, nie Ding oder Objekt an sich oder Subjekt f\u00fcr sich, sindern immer &#8222;nin-gen&#8220;, &#8222;Mensch zwischen&#8220;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das spiegelt auch die Malerei wider. Fern\u00f6stliche Malerei zielt nicht auf die expressive Form der Dinge. Nach ihrem eigenen Bekunden bringt sie als Impression die &#8222;Seele&#8220; zum Ausdruck. Doch Seele meint hier nicht eine &#8222;absolute Idee&#8220;, sie meint &#8222;gestaltlose Welt&#8220;, &#8222;ewig Werden&#8220;. Auf der Oberfl\u00e4che der Leinwand tritt nicht wie in der westlichen Malerei die exakte Form der Dinge hervor, das Ding wird vom Grundsatz: &#8222;Form ist Leere, Leere ist Form&#8220; (3) erfasst. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kunst ist hier nicht bem\u00fcht mit allen Mitteln der Kunst nichts zu schildern, sie ist ein Nichts, das alles ist. &#8222;Li&#8220;.ist i<\/span><\/span><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif; font-size: medium;\">m chinesischen eine Abk\u00fcrzung f\u00fcr \u201eLing Fu\u201c &#8211; w\u00f6rtlich: \u201eHof des Geistes\u201c (4) und sie wird f\u00fcr den Geist in Aktion oder den Rhythmus der geistigen Natur verwendet. &#8222;Li&#8220; oder Wirklichkeit ist das, worauf das Sehen reagiert, dem es geistig folgt. Wenn K\u00fcnstler diese Wirklichkeit in ein Gem\u00e4lde \u00fcbertragen und deren Geheimnisse erfassen, dann reagiert der Blick Anderer darauf und der Geist Anderer begegnet sich darin. Die Reaktion des eigenen Sehens und dessen Durchdringung mit diesem Geist hei\u00dft Geist in Aktion. Wo diese spirituelle Aktion hervorgerufen wird, erreicht man die Wirklichkeit.\u201c (5) \u201eNur wer die Wirklichkeit erreicht, kann der Spontanit\u00e4t der Natur folgen und die Zartheit der Dinge wahrnehmen; sein Geist wird in ihnen aufgehen. Sein Pinsel wird auf geheimnisvolle Weise mit Bewegung und Stille harmonieren und alle Formen werden hervortreten. Durchdrungen vom Lebenshauch werden in einer einzigen Bewegung Erscheinung und Substanz erfasst\u201c. (6)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hier wird ein Ph\u00e4nomen beschrieben, das auch die Impressionisten und Surrealisten f\u00fcr sich entdeckten. Das menschliche Auge ist keine Kamera, denn unser Sehen scannt lediglich Umrisse, Fraktale (7), gebrochene, selbst\u00e4hnliche Muster und f\u00fcgt sie, erg\u00e4nzt durch Erinnerungen, zu einer &#8222;geistgeborenen Wirklichkeit&#8220; (8) zusammen. So reicht es dem Auge, Im- und Expressionen anzubieten, strichelten die Impressionisten ihre Eindr\u00fccke, w\u00e4hlten die Expressionisten geistige Farben und Formen, und die Surrealisten experimentierten mit dem Automatismus der wilden Semiotik. Immer waren es von Au\u00dfen erkannte, oberfl\u00e4chliche, kognitiv-technische Innovationen, Ingenieurleistungen und keine Meditationstechniken, kein instinktiv-intuitives Spiel, wie das &#8222;absichtslose Tun&#8220; der fern\u00f6stlichen Malerei. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im westlichen Kontext ist die Kunst, die dem &#8222;WuWei&#8220;, dem absichtslosen Tun am n\u00e4chsten kommt, das \u201eInformel\u201c (9). Es begann furios, als Weltverlust und Ich-Behauptung. Unter dem Eindruck des zweiten Weltkrieges und des Holocaust formulierte Adorno seinen wohl ber\u00fchmtesten Satz: \u201eNach <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auschwitz<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> ein <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gedicht zu schreiben<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">, ist barbarisch\u201c (10). Nicht viel anders erging es vielen bildenden K\u00fcnstlern. Sie konnten die Hochkultur des Abbildes, die mit in den Zivilisationsbruch gef\u00fchrt hatte, in ihren Bildern nicht fortsetzen. So suchten sie ohne Form ein neues Bild und fanden dies in ausdrucksstarken gestischen Aktionen. F\u00fcr Max Ernst waren sie \u201eEntdeckungsfahrten ins Unbewusste\u201c (11), f\u00fcr Jackson Pollock \u201eActionpainting\u201c (12), Fred Thieler \u201eforschendes Tun\u201c (13) und Gerhard Richter \u201eZufall und Konzept\u201c (14). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es verbl\u00fcfft, Gerhard Richter hier als informellen Maler zu sehen, doch wenn wir das &#8222;Informel&#8220; nicht nur als gestisches Texten, sondern auch als Texturologie, als ein Bild verstehen, das \u00fcber die Textur zur Aussage kommt, dann geh\u00f6ren Richters abstrakt gerakelten Bilder eindeutig dazu. Richter ist auch in seinem Selbstverst\u00e4ndnis als K\u00fcnstler ein \u201eInformeller\u201c. In einem Interview mit Hans Ulrich Obrist sagt er 1993: &#8222;All diese Beispiele, Tachisten und Action-Painting-Artisten, Informelle und so weiter, sind f\u00fcr mich nur ein Teil einer informellen Bewegung, die eben vieles andere trifft. Beuys hat f\u00fcr mich auch das Informel, aber es fing an mit Duchamp und dem Zufall, mit Mondrian oder mit den Impressionisten. Das Informelle ist das Gegenteil der konstruktiven Qualit\u00e4t der Klassik, also der Zeit der K\u00f6nige, der klar gestalteten Hierarchien. <em>Du siehst Dich also in diesem Zusammenhang weiterhin als informeller K\u00fcnstler?<\/em> Ja, grunds\u00e4tzlich. Das informelle Zeitalter hat ja gerade erst begonnen.&#8220; &#8211; <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u201eAbstrakte Bilder sind fiktive Modelle, weil sie eine Wirklichkeit veranschaulichen, die wir weder sehen noch beschreiben k\u00f6nnen. Diese bezeichnen wir mit Negativ-Begriffen: das Nicht-Bekannte, Un-Begreifliche, Un-Endliche, und sie schilderten wir seit Jahrtausenden in Ersatzbildern mit Himmel, H\u00f6lle, G\u00f6ttern und Teufeln. &#8211; Mit der abstrakten Malerei schufen wir uns eine bessere M\u00f6glichkeit, das Unanschauliche, Unverst\u00e4ndliche anzugehen, weil sie in direkter Anschaulichkeit, also mit allen Mitteln der Kunst \u201enichts\u201c schildert.\u201c (15)<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In der \u00d6ffentlichkeit kaum bekannt ist Richters tiefes religi\u00f6ses Verst\u00e4ndnis von Kunst: &#8222;Sich ein Bild machen, eine Anschauung haben, macht uns zu Menschen &#8211; Kunst ist Sinngebung, Sinngestaltung, gleich Gottsuche und Religion&#8220;. (Notizen 1962) &#8211; &#8222;Die Kunst ist nicht Religionsersatz, sondern Religion (im Sinne des Wortes &#8222;R\u00fcckbindung&#8220;, &#8222;Bindung&#8220; an das nicht Erkennbare, \u00dcbervern\u00fcnftige, \u00dcber-Seiende&#8220;), (Notizen 1964-65) &#8211; &#8222;Die Kunst ist die reine Verwirklichung der Religiosit\u00e4t, der Glaubensf\u00e4higkeit, Sehnsucht nach Gott&#8220;. (&#8230;) Die F\u00e4higkeit zu glauben ist unsere erheblichste Eigenschaft, und sie wird nur durch die Kunst angemessen verwirklicht.&#8220; (Notizen 1988). Dabei offenbart Richters &#8222;Kunst ist Religion&#8220; ein dualistisches Verst\u00e4ndnis von Transzendenz. Bei Richter ist das &#8222;Absolute&#8220; platonisch, abstrakt, ein Jenseits, das dem Diesseits, dem &#8222;Relativen&#8220;, den Dingen entgegengesetzt, lediglich durch den Analogieschluss mit ihnen verbunden ist. In seinem Verst\u00e4ndnis schreibt das abstrakte Bild Geschichte, indem es keine Geschichten erz\u00e4hlt. Narration ist tabu. Dem diametral entgegen steht das Verst\u00e4ndnis von Transzendenz in der Kalligrafie. Hier ist das Unbegreifbare kein &#8222;\u00dcber uns&#8220;, hier ist es unter unseren F\u00fc\u00dfen, der &#8222;schwankende Grund&#8220;, auf den das Leben durch den Tod gestellt ist, eine &#8222;absolute Grenze&#8220;, die zugleich &#8222;absolute Freiheit&#8220;, ein &#8222;Feld der Leere&#8220; ist, in dem wir sicher stehen, ohne es zu verstehen. Immer &#8222;Mittendrin&#8220; im &#8222;Lebenleben&#8220; steht der &#8222;Lebensk\u00fcnstler&#8220; in einem Leben, das sich selbst und nicht Gott lebt. Kunst h\u00f6rt auf das Werk eines Sch\u00f6pfers, dessen Bildgegenstand zu sein, ist das &#8222;Sich-Selbst-Bildende&#8220;, eine &#8222;Narration ohne Sujet&#8220;, die allen geh\u00f6rt. Richter dagegen stilisiert sich als &#8222;\u00dcber-Ich&#8220;, das das &#8222;Sujet ohne Narration&#8220; kennt: &#8222;Nachdem es keine Priester und Philosophen mehr gibt, sind die K\u00fcnstler die wichtigsten Leute auf der Welt. Das ist das Einzige, was mich interessiert.&#8220; (Notiz 1966)<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da lobe ich mir doch Goethes &#8222;Faust&#8220;: \u201eDa steh&#8216; ich nun, ich armer Tor, \/ Und bin so klug als wie zuvor! \/ Hei\u00dfe Magister, hei\u00dfe Doktor gar, \/ Und ziehe schon an die zehen Jahr&#8216; \/ Herauf, herab und quer und krumm \/ Meine Sch\u00fcler an der Nase herum \u2013 \/ Und sehe, da\u00df wir nichts wissen k\u00f6nnen!\u201c (16) Der japanische Philosoph Nishitani sagt \u00fcber diese Erkenntnis: \u201eAllgemein wird das \u201eNichts\u201c dem \u201eSein\u201c entgegengestellt und fungiert in dieser Beziehung als Negativit\u00e4t. Damit wird es als etwas begriffen, das Nichts \u201eist\u201c. Im westlichen Denken scheint dies in besonderem Ma\u00dfe der Fall zu sein. (\u2026) Wenn man bei dieser Denkweise haltmacht, ist das Nichts lediglich ein Begriff, nur ein Nichts im Denken, ein \u201egedachtes\u201c Nichts. Das absolute Nichts, in dem selbst jenes Nichts &#8222;ist\u201c negiert wird, ist nicht blo\u00df gedachtes Nichts, sondern das Nichts, welches nur gelebt und erlebt werden kann\u201c (17). <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Negation der Negation verwandelt das &#8222;Horror-Vacui&#8220; in das &#8222;Vakuum Freiheit&#8220;, was in der Malerei augenscheinlich ist, wenn ihre Negation &#8222;absolut&#8220;, nicht nur das Gegenst\u00e4ndliche, sondern auch das Abstrakte negiert. Dann steht sie im &#8222;Feld der Leere&#8220;. Im Geist der Nicht-Unterscheidung folgt die Wahrnehmung dem &#8222;Logos&#8220; der Dinge, der sie in ihrer Urspr\u00fcnglichkeit, als das &#8222;An-sich-Seiende&#8220; ohne Vorder- und R\u00fcckseite, provisorisch und unreal, dadurch realer als die Logik zeigt. &#8222;Vogel fliegt und sieht aus wie Vogel; Fisch schwimmt und scheint Fisch zu sein&#8220;. (18) Hier bildet das Bild nicht ab, hier spiegelt sich in der Leere Realit\u00e4t, die den Geist des Menschen widerspiegelt. Die Haltlosigkeit des Geistes ist dabei die &#8222;absolute Freiheit&#8220;.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(1) Aus: Chang Chung-yuan \u201eTao, Zen und sch\u00f6pferische Kraft\u201c, Seite 192, M\u00fcnchen 1980 <\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(2) <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In seiner Schrift \u201e\u00dcber den Widerspruch\u201c \u00fcbertr\u00e4gt Mao den \u201eHistorischen und dialektischen Materialismus\u201c von Marx und Engels in das chinesische Denken, sieht dabei Parallelen zwischen Hegels idealistischer Dialektik und dem &#8222;Ying-Yang&#8220;, grenzt sich dann aber scharf vom &#8222;I Ging&#8220; und Konfuzius ab und verlangt eine materialistische Dialektik, die das Ideal nicht in einer orakelten Kosmologie, sondern im naturwissenschaftlich vollendeten Kommunismus sieht.<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(3) Das Herz-Sutra im Buddhismus : &#8222;Form ist Leere, Leere ist Form. Form ist nicht verschieden von Leere, Leere nicht verschieden von Form&#8220;.\u00a0<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(4) \u201eDie Wirklichkeit (Li), aus der alle Dinge entstehen, wird von Fu Tsi aus dem achten Jahrhundert als \u201eLing Fu\u201c, der \u201eHof des Geistes\u201c bezeichnet. Diesen Begriff benutzte Chuang Tzu als Erster; im psychologischen Sinn meint er die Tiefe des Unbewussten. Die Tiefe des Unbewussten zu erreichen hei\u00dft, die Potentialit\u00e4t des Hofs des Geistes zu enth\u00fcllen\u201c, aus Chang Chung-yuan \u201eTao, Zen und sch\u00f6pferische Kraft\u201c, Seite 183, M\u00fcnchen 1980.<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(5) Aus: Tsung Ping \u201eEssay \u00fcber das Malen von Landschaften\u201c (Quelle ebenda)<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(6) Aus: Chang Huai \u201eAbhandlung \u00fcber Malerei\u201c (Quelle ebenda)<\/span><\/span><\/li>\n<li>(7) Als &#8222;Fraktal&#8220; hat der Mathematiker Beno\u00eet Mandelbrot 1975 die Selbst\u00e4hnlichkeit von nat\u00fcrlichen Gebilden wie B\u00e4umen, Wolken, K\u00fcstenlinien&#8230; beschrieben und berechnet<\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(8) Aus: Hegels \u201eVorlesungen zur \u00c4sthetik\u201c (1835-38)<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(9) Der Begriff Informel bezeichnet \u201ekeinen einheitlichen Stil, sondern charakterisiert eine k\u00fcnstlerische Haltung, die das klassische Form- und Kompositionsprinzip ebenso ablehnt wie die geometrische Abstraktion\u201c. Christoph Zuschlag \/ Hans Gerke: \u201eBrennpunkt Informel. Quellen, Str\u00f6mungen, Reaktionen\u201c. K\u00f6ln 1998, S. 6. Konstitutiv ist das \u201ePrinzip der Formlosigkeit\u201c im \u201eSpannungsfeld von Formaufl\u00f6sung und Formwerdung\u201c. Der Begriff fasst verschiedene abstrakte Str\u00f6mungen der europ\u00e4ischen Nachkriegskunst zusammen und umfasst dabei \u201ezwei differente Ausdrucksweisen \u2013 das Gestische und die Texturologien\u201c. Rolf Wedewer: \u201eDie Malerei des Informel. Weltverlust und Ich-Behauptung\u201c. Deutscher Kunstverlag, M\u00fcnchen\/Berlin 2007, S. 10 und 15.<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(10) Aus: Theodor W. Adornos Aufsatz \u201eKulturkritik und Gesellschaft\u201c, geschrieben 1949, ver\u00f6ffentlicht 1951.<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(11) Aus: Max Ernst \u201eWas ist Surrealismus?\u201c<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(12) Der Begriff geht auf den US-amerikanischen Kunstkritiker Harold Rosenberg zur\u00fcck, der in den 1950er Jahren die Malerei der amerikanischen Abstrakten Expressionisten als <i>Action Painting<\/i> bezeichnete. Neuere Forschungen legen nahe, dass der Exilsurrealist Wolfgang Paalen den Begriff als erster einf\u00fchrte. In seiner Theorie des beobachterabh\u00e4ngigen M\u00f6glichkeitsraumes, die der abstrakten Malerei in den vierziger Jahren in New York neue Schwungkraft und ein einheitliches, neues Weltbild vermittelte, verarbeitete Paalen ebenso Erkenntnisse der Quantenphysik, Interpretationen totemistischer Weltauffassungen und r\u00e4umliche Strukturen indianischer Malerei der Nord-West-K\u00fcste. Sein Aufsatz <i>Totem Art<\/i> philosophiert \u00fcber ekstatische &#8222;Aktionen&#8220;, die in der Lage sind, eine psychische Verbindung zum generischen Ged\u00e4chtnis aufzubauen. <\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(13) Fred Thieler schreibt 1962 \u201eZu meinen Arbeiten\u201c: \u201eMaler sein, hei\u00dft f\u00fcr mich, die Existenz eines Zeitgenossen zu f\u00fchren, der den Hauptteil seines Daseins mit dem Versuch verbringt, die Impulse seines Lebens: Anregungen wie Depressionen, Intuitionen wie berechnende \u00dcberlegungen, Relationen aus Einzelerlebnissen wie Erlebnisketten, malend aufzuzeigen \u2013 oder im Malvorgang zu gewinnen. (\u2026) So scheint mir \u201eMalen\u201c ein Proze\u00df, dessen Wesensgehalt forschendes Tun ist \u2013 forschendes Tun als Ergebnis offener Analysen.\u201c<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(14) &#8222;Zufall und Konzept&#8220; hie\u00df ein Ausstellungsraum in der Gerhard-Richter-Ausstellung &#8222;Abstraktion&#8220; (Potsdam 2018, Museum Barberini). &#8222;Wir sprechen hier von einem geplanten, einem kontrollierten Zufall&#8220;, so die Kuratorin Valerie Hortolani auf der Pressekonferenz.<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(15) Der Interview-Auszug sowie alle folgenden Notizen aus &#8222;Gerhard Richter, Text &#8211; 1961 bis 2007, Schriften, Interviews, Briefe&#8220;, Verlag der Buchhandlung K\u00f6nig, K\u00f6ln 2008.<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(16) Goethe, \u201eFaust, der Trag\u00f6die erster Teil\u201c, 1808, Szene: Nacht, Faust allein in seinem gotischen Zimmer.<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(17) Keiji Nishitani, &#8222;Was ist Religion?&#8220;, insel-taschenbuch 2729 (2001), Seite 134<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(18) Ausspruch des ZEN-Meisters Dogen<\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Das Gewahrsein seiner selbst reicht tiefer als das Selbstbewusstsein&#8220; (Keiji Nishitani) \u201eWer Kalligrafie wirklich versteht, der achtet nur auf den geistigen Rhythmus und nicht auf die Form der Schrift\u201c (1), hie\u00df es im taoistisch gepr\u00e4gten China. 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