{"id":48933,"date":"2026-01-04T09:19:20","date_gmt":"2026-01-04T09:19:20","guid":{"rendered":"https:\/\/tobegen.de\/?page_id=48933"},"modified":"2026-04-04T07:40:47","modified_gmt":"2026-04-04T07:40:47","slug":"nichtwissenschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/tobegen.de\/?page_id=48933","title":{"rendered":"AUTOPOIESE"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-50198\" src=\"https:\/\/tobegen.de\/wp-content\/uploads\/heute-030.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1280\" srcset=\"https:\/\/tobegen.de\/wp-content\/uploads\/heute-030.jpg 1920w, https:\/\/tobegen.de\/wp-content\/uploads\/heute-030-300x200.jpg 300w, https:\/\/tobegen.de\/wp-content\/uploads\/heute-030-1313x875.jpg 1313w, https:\/\/tobegen.de\/wp-content\/uploads\/heute-030-768x512.jpg 768w, https:\/\/tobegen.de\/wp-content\/uploads\/heute-030-1536x1024.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>DAS <\/strong>EINR\u00c4UMENDE<strong> NICHT<\/strong>(S)<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0Die<strong> heilende Kraft <\/strong>der<strong> Autopoiese<\/strong><\/h3>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em><strong>\u201e<\/strong><span style=\"font-size: large;\"><strong>Wir neigen dazu,<\/strong> <span style=\"color: #000000;\">in einer Welt der Gewi\u00dfheit, von unbestreitbarer Stichhaltigkeit der Wahrnehmung zu leben, in der unsere \u00dcberzeugungen beweisen, da\u00df die Dinge nur so sind, wie wir sie sehen. Was uns gewi\u00df erscheint, kann keine Alternativen haben. In unserem Alltag, unter unseren kulturellen Bedingungen, ist dies die \u00fcbliche Art, Mensch zu sein. \u2026<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><span style=\"font-size: large;\"><strong>Es ist so, als ob es ein Tabu g\u00e4be, das besagt:<\/strong> \u201eEs ist verboten, das Erkennen zu erkennen.\u201c<strong> Aber in Wahrheit ist das Nichtwissen darum, wie sich unsere Erfahrungswelt aufbaut, die in der Tat das Naheliegenste unserer Existenz ist, ein Skandal. Es gibt viele Skandale auf der Welt, aber diese Unwissenheit ist eine der gr\u00f6\u00dften. \u2026<\/strong><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em><span style=\"font-size: large;\"><strong>In diesem Sinne<\/strong> <span style=\"color: #000000;\">werden wir st\u00e4ndig festzustellen haben, da\u00df man das Ph\u00e4nomen des Erkennens nicht so auffassen kann, als g\u00e4be es \u201eTatsachen\u201c und Objekte da drau\u00dfen, die man nur aufzugreifen und in den Kopf hineinzutun habe. Diese Feststellung <\/span><\/span><\/em><span style=\"font-size: large; color: #999999;\">(,dass es keine von der Wahrnehmung isolierte Welt gibt -Einf\u00fcgung von mir)<\/span><span style=\"color: #000000;\"><em><span style=\"font-size: large;\"> bildet das Fundament von allem, was wir zu sagen haben werden. \u2026<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center;\">DIE<strong> POSITIVE KAPITULATION <\/strong>DER<strong> VERTIKALSPANNUNG<\/strong><\/h2>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Oder: Die <strong>&#8222;erweiterte Denkungsart&#8220;<\/strong><\/h4>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><span style=\"font-size: large;\"><strong>Die Erfahrung<\/strong> von jedem Ding <\/span><\/em><span style=\"font-size: large;\">\u201eda drau\u00dfen\u201c<\/span><em><span style=\"font-size: large;\"> wird auf eine spezifische Weise durch die menschliche Struktur konfiguriert, welche <\/span><\/em><span style=\"font-size: large;\">\u201edas Ding\u201c<\/span><em><span style=\"font-size: large;\">, das in der Beschreibung entsteht, erst m\u00f6glich macht. \u2026<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><span style=\"font-size: large;\"><strong>Diese Zirkulation,<\/strong> diese Verkettung von Handlung und Erfahrung, diese Untrennbarkeit einer bestimmten Art zu sein von der Art, wie die Welt uns erscheint, sagt uns, da\u00df jeder Akt des Erkennens eine Welt hervorbringt. \u2026<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><span style=\"font-size: large;\"><strong>Und weil diese Wurzeln<\/strong> bis in die biologischen Grundlagen unseres Seins hineinreichen manifestiert sich dieses Hervorbringen in all unseren Handlungen und in unserem ganzen Sein. (\u2026) Es besteht keine Diskontinuit\u00e4t zwischen dem Sozialen und dem Menschlichen sowie deren biologischen Wurzeln. Das Ph\u00e4nomen der Erkenntnis ist eine Ganzheit, es ist in allen Aspekten in der gleichen Weise begr\u00fcndet. \u2026<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><span style=\"font-size: large;\"><strong>Der Kern der Schwierigkeiten<\/strong> mit denen wir uns heute konfrontiert sehen, ist unser Verkennen des Erkennens, unser Nicht-Wissen um das Wissen. Es ist nicht das Erkennen, sondern das Erkennen des Erkennens, das verpflichtet. Es ist nicht das Wissen, das eine Bombe t\u00f6tet, das das T\u00f6ten verhindert, sondern das, was wir mit der Erkenntnis der Bombe zu tun beabsichtigen. \u2026<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em><span style=\"font-size: large;\">Blind f\u00fcr die Transzendenz unseres Tuns, verwechseln wir das Bild, dem wir entsprechen m\u00f6chten, mit dem Sein, das wir tats\u00e4chlich hervorbringen. Dieses ist der Irrtum, den nur das <\/span><\/em><\/strong><em><span style=\"font-size: large;\">Erkennen des Erkennens<\/span><\/em><strong><em><span style=\"font-size: large;\"> korrigieren kann.\u201c<\/span><\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\"><strong style=\"color: #000000; font-size: large;\">So weit die chilenischen Neurobiologen<\/strong><span style=\"color: #000000; font-size: large;\"> Maturana und Varela, die 1984 in ihrem gemeinsamen Buch <em>\u201eDer Baum der Erkenntnis \u2013 Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens\u201c<\/em> \u2013 <strong>Autopoiese<\/strong> als die <strong>Selbstentfaltung des Lebendigen<\/strong> analysieren, durch die Welt <strong>objektiv<\/strong> f\u00fcr die Lebenden <strong>nicht<\/strong> als <em>\u201eDing da drau\u00dfen\u201c<\/em> existiert. <\/span><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Das <strong>Begehren<\/strong> ist wesentlich das Begehren <strong>des Anderen<\/strong>.&#8220;<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: inherit;\">(Jacques Lacan)<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\"><strong>Im biblischen Kontext<\/strong> steht der Biss in den Apfel vom <em>\u201eBaum der Erkenntnis\u201c<\/em> f\u00fcr den <em>\u201eS\u00fcndenfall\u201c<\/em>, f\u00fcr die Abkehr des Menschen von Gott. Stellvertretend f\u00fcr die naturwissenschaftliche Aufkl\u00e4rung steht daf\u00fcr Charles Darwin, der den Gott aus dem Bild genommen hat, doch nicht die Entit\u00e4t und nicht die Vertikalspannung nach der aus niederen Wesen h\u00f6here Wesen, durch Auslese der Mensch als h\u00f6chstes Wesen hervorgeht. Sodass nicht das Geschick der Selbstentfaltung, die Kausalit\u00e4t des Geschickten, der <em>&#8222;\u00dcbermensch&#8220;<\/em> zum Schicksal wurde.\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: large; color: #000000;\"><strong>F\u00fcr diesen fatalen Trugschluss<\/strong> der Aufkl\u00e4rung machen Maturana und Varela, wie einst die Propheten der Bibel den Biss in den Apfel vom Baum der Erkenntnis verantwortlich. Doch anders als Gott vertreiben sie die Erkennenden nicht aus dem Paradies der geistigen Gestalt, sie fordern im Gegenteil dazu auf, auch noch in den Apfel vom Baum des Lebens zu bei\u00dfen. Sodass aus dem Herabsehen ein Sehen aus der Erkenntnis ein Erleben, aus ihm endlich ein <strong>\u201eErkennen des Erkennens\u201c<\/strong> wird. Das allein zur positiven Kapitulation der Vertikalspannung, in den transzendentalen Horizont des Lebens \u00fcberf\u00fchrt. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\"><strong>Nur so werden sich<\/strong> die vertikalen Probleme l\u00f6sen lassen, wird es eine Abkehr von der h\u00f6her, schneller weiter Begierde geben, von der die Existenz der Menschheit heute abh\u00e4ngt. Wenn jeder Mensch in seiner eigenen Welt lebt, kann <em>\u201edie Welt da drau\u00dfen\u201c<\/em> weder durch Technik, Aufkl\u00e4rung oder Religion definiert, die gemeinsame Welt sein. Dann ist der alles vereinende <strong>Universalismus<\/strong> allein die Selbstentfaltung der <strong>Autopoiese<\/strong>, die aus Chaos und Ordnung durch <strong>Synchronizit\u00e4t<\/strong> Welten formt. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\"><strong>Die geistige Gestalt<\/strong> als das einende Ganze ist nicht die Begierde, nicht das h\u00f6her, schneller, weiter der Vertikalspannung. Es ist<strong> der transzendentale Horizont<\/strong>, von dem die Gestalttheorie sagt: <em>\u201eDas Ganze ist etwas anderes als die Summe seiner Teile\u201c<\/em> (Max Wertheimer). Das Ganze ist in jedem Teil ganz. Sehen wir ein Gesicht, sehen wir nicht Auge, Nase, Mund, in jedem Auge das Ganze. Wir sehen es in N\u00e4he, \u00c4hnlichkeit, Pr\u00e4gnanz, Geschlossenheit, Gleichzeitigkeit, Fortsetzung, Region, Verbundenheit und Geschick.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\"><strong>Martin Buber <\/strong>sagt \u00fcber das einende Ganze, es ist unfassbar <em>&#8222;nachbarlos&#8220;<\/em> und l\u00e4sst das, was Religionen Gott nennen, den sie von einem <em>\u201eDu\u201c<\/em> des Begehrens in ein <em>\u201eEs\u201c<\/em>, ein <em>\u201eDing\u201c<\/em> der Begierde verwandelt haben das Kriege f\u00fchrt, von dem vor Nietzsche bereits Hegel feststellte <em>\u201eGott ist tot\u201c<\/em>, als <em>\u201eewiges Du\u201c<\/em> wieder auferstehen. <em>\u201e(&#8230;) Nicht als Ding unter den &#8222;inneren&#8220; Dingen, nicht als Gebilde der &#8222;Einbildung&#8220;, sondern als das Gegenw\u00e4rtige. <\/em><\/span><em><span style=\"font-size: large;\">Auf die Gegenst\u00e4ndlichkeit gepr\u00fcft, ist die Gestalt gar nicht &#8222;da&#8220;; aber was w\u00e4re gegenw\u00e4rtiger als sie?&#8220; <\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\"><strong>Im S\u00fcdafrika Mandelas <\/strong>reicht ein einziges Wort <strong><em>&#8222;Ubuntu&#8220;<\/em><\/strong> und alle sehen, wissen, umarmen die Gestalt. Den transzendentalen Horizont <em><strong>&#8222;Ich bin, weil du bist.&#8220; <\/strong><\/em>Die spirituelle Kraft, die sehend macht, Konflikte l\u00f6st und \u00c4ngste \u00fcberwindet, indem der Mensch sich selbst zur Selbstwirksamkeit erm\u00e4chtigt.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\"><strong>Folgen wir der transzendentalen Gestalt<\/strong> ist sie <em>&#8222;der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unm\u00fcndigkeit&#8220;<\/em>. Endlich mit Kant nach der praktischen Vernunft, der noch riet: <em>&#8222;Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen&#8220;<\/em>. Heute ist das <strong>Sapere aude<\/strong> (<em>&#8222;Wage es weise zu sein&#8220;<\/em>) Mut, mit der <em>\u201eerweiterten Denkungsart\u201c<\/em> der \u00e4sthetischen Vernunft den Verstand zu \u00fcberschreiten. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\"><strong>Das existenziell Sch\u00f6ne ist die Lebendigkeit<\/strong> und deren reine Vernunft die Urteilskraft der \u00c4sthetik. Die mit dem Biss in den Apfel der Erkenntnis nominell, als praktische Vernunft Begierde nach dem Zweckhaften wurde. So beklagen wir heute eine Zivilisation der Zerst\u00f6rung, die den Planeten Erde zubetoniert, ihn mit Krieg \u00fcberzieht, die Meere verm\u00fcllt das Klima zerst\u00f6rt. Wenn die <em>\u201eerweiterte Denkungsart\u201c<\/em> (Kant) sie nach dem Zweckhaften nicht durch eine <em>\u201eRevolution f\u00fcr das Leben\u201c<\/em> (Eva von Redecker) zum Tanzen bringt. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: large;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>\u201eZum Behuf der Sch\u00f6nheit bedarf es nicht notwendig<\/strong>, reich und original an Ideen zu sein, als vielmehr der Angemessenheit jener Einbildungskraft in ihrer Freiheit zur Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit des Verstandes. Denn aller Reichtum der ersteren bringt in ihrer gesetzlosen Freiheit nichts als Unsinn hervor; die Urteilskraft ist hingegen das Verm\u00f6gen, sie dem Verstande anzupassen.\u201c<\/em> (Kant) \u00a0 <\/span><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<p>(JT, M\u00e4rz 2026)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DAS EINR\u00c4UMENDE NICHT(S) \u00a0Die heilende Kraft der Autopoiese &nbsp; \u201eWir neigen dazu, in einer Welt der Gewi\u00dfheit, von unbestreitbarer Stichhaltigkeit der Wahrnehmung zu leben, in der unsere \u00dcberzeugungen beweisen, da\u00df die Dinge nur so sind, wie wir sie sehen. Was uns gewi\u00df erscheint, kann keine Alternativen haben. 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