{"id":50138,"date":"2026-03-31T19:33:03","date_gmt":"2026-03-31T19:33:03","guid":{"rendered":"https:\/\/tobegen.de\/?p=50138"},"modified":"2026-03-31T19:47:34","modified_gmt":"2026-03-31T19:47:34","slug":"autopoiese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tobegen.de\/?p=50138","title":{"rendered":"AUTOPOIESE"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"entry-content wp-block-post-content has-global-padding is-layout-constrained wp-block-post-content-is-layout-constrained\">\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>DAS\u00a0<\/strong>EINR\u00c4UMENDE<strong>\u00a0NICHT<\/strong>(S)<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0Die<strong>\u00a0heilende Kraft\u00a0<\/strong>der<strong>\u00a0Autopoiese<\/strong><\/h3>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>\u201e<\/strong><strong>Wir neigen dazu,<\/strong>\u00a0in einer Welt der Gewi\u00dfheit, von unbestreitbarer Stichhaltigkeit der Wahrnehmung zu leben, in der unsere \u00dcberzeugungen beweisen, da\u00df die Dinge nur so sind, wie wir sie sehen. Was uns gewi\u00df erscheint, kann keine Alternativen haben. In unserem Alltag, unter unseren kulturellen Bedingungen, ist dies die \u00fcbliche Art, Mensch zu sein. \u2026<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Es ist so, als ob es ein Tabu g\u00e4be, das besagt:<\/strong>\u00a0\u201eEs ist verboten, das Erkennen zu erkennen.\u201c<strong>\u00a0Aber in Wahrheit ist das Nichtwissen darum, wie sich unsere Erfahrungswelt aufbaut, die in der Tat das Naheliegenste unserer Existenz ist, ein Skandal. Es gibt viele Skandale auf der Welt, aber diese Unwissenheit ist eine der gr\u00f6\u00dften. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>In diesem Sinne<\/strong>\u00a0werden wir st\u00e4ndig festzustellen haben, da\u00df man das Ph\u00e4nomen des Erkennens nicht so auffassen kann, als g\u00e4be es \u201eTatsachen\u201c und Objekte da drau\u00dfen, die man nur aufzugreifen und in den Kopf hineinzutun habe. Diese Feststellung\u00a0<\/em>(,dass es keine von der Wahrnehmung isolierte Welt gibt -Einf\u00fcgung von mir)<em>\u00a0bildet das Fundament von allem, was wir zu sagen haben werden. \u2026<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center;\">DIE<strong>\u00a0POSITIVE KAPITULATION\u00a0<\/strong><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\">DER<strong>\u00a0VERTIKALSPANNUNG<\/strong><\/h2>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Oder: Die\u00a0<strong>\u201eerweiterte Denkungsart\u201c<\/strong><\/h4>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Die Erfahrung<\/strong>\u00a0von jedem Ding\u00a0<\/em>\u201eda drau\u00dfen\u201c<em>\u00a0wird auf eine spezifische Weise durch die menschliche Struktur konfiguriert, welche\u00a0<\/em>\u201edas Ding\u201c<em>, das in der Beschreibung entsteht, erst m\u00f6glich macht. \u2026<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Diese Zirkulation,<\/strong>\u00a0diese Verkettung von Handlung und Erfahrung, diese Untrennbarkeit einer bestimmten Art zu sein von der Art, wie die Welt uns erscheint, sagt uns, da\u00df jeder Akt des Erkennens eine Welt hervorbringt. \u2026<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Und weil diese Wurzeln<\/strong>\u00a0bis in die biologischen Grundlagen unseres Seins hineinreichen manifestiert sich dieses Hervorbringen in all unseren Handlungen und in unserem ganzen Sein. (\u2026) Es besteht keine Diskontinuit\u00e4t zwischen dem Sozialen und dem Menschlichen sowie deren biologischen Wurzeln. Das Ph\u00e4nomen der Erkenntnis ist eine Ganzheit, es ist in allen Aspekten in der gleichen Weise begr\u00fcndet. \u2026<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Der Kern der Schwierigkeiten<\/strong>\u00a0mit denen wir uns heute konfrontiert sehen, ist unser Verkennen des Erkennens, unser Nicht-Wissen um das Wissen. Es ist nicht das Erkennen, sondern das Erkennen des Erkennens, das verpflichtet. Es ist nicht das Wissen, das eine Bombe t\u00f6tet, das das T\u00f6ten verhindert, sondern das, was wir mit der Bombe zu tun beabsichtigen. \u2026<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Blind f\u00fcr die Transzendenz unseres Tuns, verwechseln wir das Bild, dem wir entsprechen m\u00f6chten, mit dem Sein, das wir tats\u00e4chlich hervorbringen. Dieses ist der Irrtum, den nur das\u00a0<\/em><\/strong><em>Erkennen des Erkennens<\/em><strong><em>\u00a0korrigieren kann.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"CENTER\"><strong>So weit die chilenischen Neurobiologen<\/strong>\u00a0Maturana und Varela, die 1984 in ihrem gemeinsamen Buch\u00a0<em>\u201eDer Baum der Erkenntnis \u2013 Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens\u201c<\/em>\u00a0die Evolution des planetarischen Seins als\u00a0<strong>\u201eAutopoiese\u201c<\/strong>\u00a0definieren und aus ihr das\u00a0<strong>\u201eErkennen des Erkennens\u201c<\/strong>\u00a0ableiten.<\/p>\n<hr \/>\n<blockquote>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Das\u00a0<strong>Begehren<\/strong>\u00a0ist wesentlich<\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\">das Begehren\u00a0<strong>des Anderen<\/strong>.\u201c<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">(Jacques Lacan)<\/p>\n<\/blockquote>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Im biblischen Kontext<\/strong>\u00a0steht der Biss in den Apfel vom \u201eBaum der Erkenntnis\u201c f\u00fcr den \u201eS\u00fcndenfall\u201c, f\u00fcr die Abkehr des Menschen vom Sch\u00f6pfergott. Stellvertretend f\u00fcr die naturwissenschaftliche Aufkl\u00e4rung steht daf\u00fcr Charles Darwin, der den Gott aus dem Bild genommen hat, doch nicht die Vertikalspannung nach der aus niederen Wesen durch Auslese h\u00f6here Wesen, schlie\u00dflich als h\u00f6chstes Wesen der Mensch hervorgeht. Sodass nicht das Geschick der Selbstentfaltung, die Kausalit\u00e4t des Geschickten, der\u00a0<em>\u201e\u00dcbermensch\u201c<\/em>\u00a0als Schicksal (Nietzsche) pr\u00e4gend ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>F\u00fcr diesen fatalen Trugschluss<\/strong>\u00a0der Aufkl\u00e4rung machen Maturana und Varela, wie einst die Propheten der Bibel den Biss in den Apfel vom Baum der Erkenntnis verantwortlich. Doch anders als Gott vertreiben sie die Erkennenden nicht aus dem Paradies der geistigen Gestalt, sie fordern im Gegenteil dazu auf, auch noch in den Apfel vom Baum des Lebens zu bei\u00dfen. Sodass aus dem Herabsehen ein Sehen aus der Erkenntnis ein Erleben, aus ihm endlich ein\u00a0<strong>\u201eErkennen des Erkennens\u201c<\/strong>\u00a0wird. Das allein zur positiven Kapitulation der Vertikalspannung, in den transzendentalen Horizont des Lebens \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Nur so werden sich<\/strong>\u00a0die vertikalen Probleme l\u00f6sen lassen, wird es eine Abkehr von der h\u00f6her, schneller weiter Begierde geben, von der die Existenz der Menschheit heute abh\u00e4ngt. Wenn jeder Mensch in seiner eigenen Welt lebt, kann\u00a0<em>\u201edie Welt da drau\u00dfen\u201c<\/em>\u00a0weder durch Technik, Aufkl\u00e4rung oder Religion definiert, die gemeinsame Welt sein. Dann ist der alles vereinende\u00a0<strong>Universalismus<\/strong>\u00a0allein die Selbstentfaltung der\u00a0<strong>Autopoiese<\/strong>, die aus Chaos und Ordnung durch\u00a0<strong>Synchronizit\u00e4t<\/strong>\u00a0Welten formt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die geistige Gestalt<\/strong>\u00a0als das einende Ganze ist nicht die Begierde, nicht das h\u00f6her, schneller, weiter der Vertikalspannung. Es ist<strong>\u00a0der transzendentale Horizont<\/strong>, von dem die Gestalttheorie sagt:\u00a0<em>\u201eDas Ganze ist etwas anderes als die Summe seiner Teile\u201c<\/em>\u00a0(Max Wertheimer). Das Ganze ist in jedem Teil ganz. Sehen wir ein Gesicht, sehen wir nicht Auge, Nase, Mund, in jedem Auge das Ganze. Wir sehen es in N\u00e4he, \u00c4hnlichkeit, Pr\u00e4gnanz, Geschlossenheit, Gleichzeitigkeit, Fortsetzung, Region, Verbundenheit und Geschick.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Martin Buber\u00a0<\/strong>sagt \u00fcber das einende Ganze, es ist unfassbar\u00a0<em>\u201enachbarlos\u201c<\/em>\u00a0und l\u00e4sst das, was Religionen Gott nennen, den sie von einem\u00a0<em>\u201eDu\u201c<\/em>\u00a0des Begehrens in ein\u00a0<em>\u201eEs\u201c<\/em>, ein\u00a0<em>\u201eDing\u201c<\/em>\u00a0der Begierde verwandelt haben das Kriege f\u00fchrt, von dem vor Nietzsche bereits Hegel feststellte\u00a0<em>\u201eGott ist tot\u201c<\/em>, als\u00a0<em>\u201eewiges Du\u201c<\/em>\u00a0wieder auferstehen.\u00a0<em>\u201e(\u2026) Nicht als Ding unter den \u201einneren\u201c Dingen, nicht als Gebilde der \u201eEinbildung\u201c, sondern als das Gegenw\u00e4rtige.\u00a0<\/em><em>Auf die Gegenst\u00e4ndlichkeit gepr\u00fcft, ist die Gestalt gar nicht \u201eda\u201c; aber was w\u00e4re gegenw\u00e4rtiger als sie?\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Im S\u00fcdafrika Mandelas\u00a0<\/strong>reicht ein einziges Wort\u00a0<strong><em>\u201eUbuntu\u201c<\/em><\/strong>\u00a0und alle sehen, wissen, umarmen die Gestalt. Den transzendentalen Horizont\u00a0<em><strong>\u201eIch bin, weil du bist.\u201c\u00a0<\/strong><\/em>Die spirituelle Kraft, die sehend macht, Konflikte l\u00f6st und \u00c4ngste \u00fcberwindet, indem der Mensch sich selbst zur Selbstwirksamkeit erm\u00e4chtigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Folgen wir der transzendentalen Gestalt<\/strong>\u00a0ist sie\u00a0<em>\u201eder Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unm\u00fcndigkeit\u201c<\/em>.\u00a0 Endlich mit dem Kant nach der praktischen Vernunft, der uns riet:\u00a0<em>\u201eHabe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen\u201c.<\/em>\u00a0Heute lautet das\u00a0<strong>Sapere aude<\/strong>\u00a0(<em>\u201eWage es, weise zu sein\u201c<\/em>): Habe Mut mit der\u00a0<em>\u201eerweiterten Denkungsart\u201c<\/em>\u00a0der \u00e4sthetischen Vernunft den Verstand zu \u00fcberschreiten. Der Verstand gibt Halt durch Stand, bleibt geistig jedoch im Gestern stehen, wenn das freie Urteil der Lebendigkeit das Denken nicht erweitert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>So betoniert<\/strong>\u00a0die Begierde aus dem Biss in den Apfel der Erkenntnis nicht nur den Planeten Erde zu, sie \u00fcberzieht ihn mit Krieg, zerst\u00f6rt das Klima, die Meere und l\u00f6scht nach unz\u00e4hligen Arten die Spezies Mensch aus, wenn sie nicht vom Begehren, durch den Biss in den Apfel vom Baum des Lebens durch das einr\u00e4umende Nicht(s) der Gestalt zum Tanzen gebracht wird. Allein die Hand(lung) des Begehrens statt der Begierde \u00f6ffnet auch der Malerei eine neue Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>\u201eZum Behuf der Sch\u00f6nheit bedarf es nicht notwendig<\/strong>, reich und original an Ideen zu sein, als vielmehr der Angemessenheit jener Einbildungskraft in ihrer Freiheit zur Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit des Verstandes. Denn aller Reichtum der ersteren bringt in ihrer gesetzlosen Freiheit nichts als Unsinn hervor; die Urteilskraft ist hingegen das Verm\u00f6gen, sie dem Verstande anzupassen.\u201c<\/em>\u00a0(Kant) \u00a0\u00a0<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">(JT, M\u00e4rz 2026)<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<footer class=\"wp-block-template-part\">\n<div class=\"wp-block-group alignfull has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-group alignfull is-vertical is-content-justification-stretch is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-898606d5 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-db0c5135 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity wp-container-content-9cfa9a5a\" \/>\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-content-justification-stretch is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-207872fc wp-block-group-is-layout-flex\">\n<h1 class=\"has-text-align-center wp-block-site-title\"><a href=\"https:\/\/tobegen.de\/\" target=\"_self\" rel=\"home\">AUTOPOIESE<\/a><\/h1>\n<p class=\"has-text-align-center has-link-color has-kame-poster-font-family has-small-font-size wp-elements-d9ffa1afb2cadcc037e1a5f8f223fd35 wp-block-paragraph\">Designed with\u00a0<a href=\"https:\/\/wordpress.org\/\" rel=\"nofollow\">WordPress<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/footer>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; DAS\u00a0EINR\u00c4UMENDE\u00a0NICHT(S) \u00a0Die\u00a0heilende Kraft\u00a0der\u00a0Autopoiese \u201eWir neigen dazu,\u00a0in einer Welt der Gewi\u00dfheit, von unbestreitbarer Stichhaltigkeit der Wahrnehmung zu leben, in der unsere \u00dcberzeugungen beweisen, da\u00df die Dinge nur so sind, wie wir sie sehen. 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